Herzlich willkommen um
13.30 Uhr in der anschließenden Mitgliederversammlung

Zukunft
für Europa und Deutschland ! ?
»
Europawahl keine Testwahl »
Die kommende Europawahl am
7. Juni 2009
ist nicht als Testwahl für die Bundestagswahlen zu betrachten. Wer es
trotzdem tut, verstellt den Blick auf die bereits ereichten Ziele und
Tatsachen.
»Das Europäische Parlament
vertritt rund 500 Millionen Menschen und rund 80 % der Gesetzgebung, die
uns in Deutschland betreffen.
Wenn man diese Wahl banalisiere, dann dürfe man sich nicht wundern, dass
man dort Vertreter der Unqualifizierten, der Linken oder extremen Rechten
sitzen habe.
EUROPA muß eine sich fortschreibende VISION
sein und bleiben.
Wir, die damals gerade 18
bis 20 jährigen erkanten nach Kriegsende und teilweise nach der DDR in der
Bundesrepublik angekommen erstmals den Gewinn der Freiheit. Step by step
erlebten wir mit Fahrrad oder per Anhalter die Freiheit des Reisens. Die
Begegnung mit anderen Nationen, deren Kulturen und den offene Gedanken-
Austausch.
Neben dem Erreichten müssen
wir unsere Vision von einem Europa, unseren Enkeln erklären und Sie
begeistern, so Helmut Witzel, Landesvorsitzender der liberalen Senioren
Hessen.
Ein Parlament für Bürger.
Für ein Europa der Bürger
Für Freiheit, Eigenverantwortung und fairer Wettbewerb.
Für ein stärkeres Europa mit Beschränkung auf das Wesentliche.
Ländlich verwurzelt – europäisch geprägt.
www.fdp-in-europa.de

Gießen- Kleinlinden (ast).
Deutschland ist kein Polizei- oder gar ein
Überwachungsstaat. Dennoch hat sich seit den terroristischen Anschlägen
auf das World Trade Center in New York im September 2001 die Gesetzeslage
in Deutschland und Europa so weit verändert, dass der Staat auf Verdacht
immer mehr Einblick in die persönlichen Daten und Aktivitäten seiner
Bürger nehmen kann.
FDP-Europaabgeordneter Alvaro kritisiert überzogene Antiterrorgesetze
»Alle Bürger
werden grundsätzlich verdächtigt«
Alexander Alvaro
sprach in Kleinlinden
Alexander Alvaro, der
innenpolitische Sprecher der liberalen Fraktion im Europäischen Parlament
sieht, diese Veränderung kritisch.
Bei seinem Vortrag warnte er, dass die Gesellschaft ihre Freiheitsrechte
viel zu leichtfertig aufgebe. Das eigentlich Schlimme sei, dass den
wenigsten genau bewusst sei, wie weit der Staat bereits in die eigene
persönliche Freiheit eingreifen könne, meinte Alvaro. Es sei mit der
Freiheit wie mit der Luft zum Atmen, so der Politiker. Solange man noch
atmen könne, scheine alles in Ordnung, fehle die Luft, sei es schon zu spät.
Grundrechte wie das Recht auf Privatsphäre oder informationelle
Selbstbestimmung blieben bei den Anti-Terrorgesetzen oder der Richtlinie zur
sechsmonatigen Vorratspeicherung von Kommunikationsdaten auf der Strecke.
»Es ist grober Unfug zu sagen, wenn man nichts zu verbergen hat, dann kann
dieser mögliche Eingriff in die Privatsphäre nicht so schlimm sein, sagte
Alvaro. Die Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung betreffe alle
Bürgerrinnen und Bürger Europas, die regelmäßig telefonierten, SMS
versendeten und das Internet benutzten. »Alle Bürger werden damit
grundsätzlich als mögliche Verdächtige wahrgenommen, was der
Unschuldsvermutung, einer Säule des europäischen Rechts und des
Grundgesetzes, zuwiderläuft, so Alvaro. Und diejenigen, die wirklich
kriminelle und terroristische Machenschaften hegten, könnten die
Datenspeicherung umgehen, indem sie einen außereuropäischen Provider wählten
oder aus Telefonzellen anriefen. Zudem sei eine solch umfangreiche
Datenspeicherung auch wirtschaftlich nicht sinnvoll. Mittelständische
Unternehmen sollen beispielsweise ihre Kundendaten mit so genannten
Sanktionslisten abgleichen, bevor sie ihre Waren versenden dürfen. »Das sind
irrsinnige Maßnahmen«, meinte Alvaro, denn die Listen enthalten tausende
Einträge, die sich wöchentlich ändern könnten. Wenn die Unternehmen ihre
Kundendaten nicht mit den »Terrorlisten« abglichen, müssten sie mit Strafen
wie hohen Bußgeldern oder sogar Haftstrafen rechnen.
Alvaro forderte, eine Ausgewogenheit zwischen der Freiheit des Einzelnen und
der Sicherheit nach Innen und Außen zu finden.

Rede von Dr. Guido
Westerwelle
zum Gesetz zum Vertrag von
Lissabon
Rede im Deutschen Bundestag am 24. April 2008
(Stenographisches Protokoll)
Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Frau
Bundeskanzlerin, das ist eine der Debatten in diesem Hohen Hause, bei der
die Grenzen in Wahrheit nicht zwischen Regierung und Opposition verlaufen.
Wir freuen uns darüber, und zwar gleich auf welcher Seite dieses Hauses wir
sitzen, dass mit der heutigen Entscheidung eine Entwicklung einen guten
Schlusspunkt finden wird. Das ist ein guter Tag für Deutschland; es ist ein
guter Tag für Europa. Das Wichtigste dabei ist, dass die Bürgerinnen und
Bürger davon etwas haben. Ausdrücklich erkennen wir als liberale Opposition
auch den Beitrag an, den die Regierung Merkel/Steinmeier hier geleistet hat.
(Beifall bei der FDP, der CDU/CSU und der SPD sowie bei
Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)
Meine Damen und Herren, wenn man in der Bevölkerung über
Europa debattiert - der Vertrag ist ausführlich dargestellt worden; ich muss
nicht noch einmal alle Detailpunkte wiedergeben -, mit jungen Menschen oder
mit Bürgerinnen und Bürgern, die sich über Bürokratie ärgern, die nicht
nachvollziehen können, warum uns in Deutschland bestimmte Dinge aus Brüssel
erreichen, dann stellt man häufig fest, dass der eigentliche Grund, warum
wir Europa machen, in den Hintergrund rückt. Für mich ist das besonders
deutlich geworden in einer außerordentlich bewegenden Stunde, die wir vor
wenigen Wochen hier erleben durften, nämlich bei der Gedenkstunde anlässlich
des vor 75 Jahren erlassenen Ermächtigungsgesetzes. Es gab hier, wie ich
ausdrücklich erwähnen möchte, zwei großartige Reden, nämlich vom
Bundestagspräsidenten und von Hans-Jochen Vogel. Das, was Hans-Jochen Vogel
uns als denen, die heute Verantwortung tragen, da gesagt hat, ist in meinen
Augen auch erhellend dafür, warum wir Europa machen müssen.
(Dr. Peter Struck (SPD): Ja!)
Hans-Jochen Vogel sagte damals hier von diesem Platz aus:
Für meine Generation war Krieg die Normalität. Für euch ist Frieden die
Normalität. - Wir, die wir im Frieden leben, sollten nicht vergessen, dass
das das größte Geschenk der europäischen Geschichte ist. Hätte Europa nicht
mehr gebracht als Frieden, es hätte sich schon gelohnt, meine Damen und
Herren!
(Beifall bei der FDP, der CDU/CSU und der SPD sowie bei
Abgeordneten der LINKEN und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)
Ich habe mir während der Rede der Bundeskanzlerin - ihre
Ausführungen unterstützen wir - ein bisschen die Gesichter vor allen Dingen
von den jungen Menschen angesehen, die oben auf den Tribünen sitzen, die
zuschauen und sich die Frage stellen, was diese europäischen Institutionen
und Techniken - Hoher Kommissar für Außenpolitik, doppeltes
Mehrheitsprinzip, Subsidiaritätsklage - mit ihnen zu tun haben. Natürlich
ist das auf den ersten Blick unglaublich kompliziert; natürlich ist das auch
das, was uns im täglichen Geschäft beschäftigt. Aber in Wahrheit ist es ein
unglaubliches Glück, dass wir zum ersten Mal in unserer Geschichte in einem
Zustand leben, in dem um Deutschland herum nur befreundete Länder und
Staaten sind, die unter demselben Dach der Europäischen Union organisiert
sind. Für einen Kontinent, auf dem Krieg das Normale war, ist das eine
mittlere Sensation. Es ist großartig, was wir jetzt hier und heute erleben,
meine Damen und Herren!
(Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU,
der SPD, der LINKEN und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)
Deswegen kann ich nur denen sagen, die heute mit
Maximalpositionen kommen - von Rechtsaußen und von Linksaußen hört man ja
Vieles, was man hätte besser machen sollen -: Das ist leicht gesagt. Jeder
wird es so sehen, dass einiges, hätten wir den Vertrag alleine erstellt,
ohne auf die anderen 26 Staaten Rücksicht zu nehmen, anders gekommen wäre.
Aber wir hätten auch fetzige Diskussionen erlebt. Erst recht erlebt man
solche, wenn sich 27 Staaten einigen müssen. Deswegen gilt, wie ich denke,
die Erkenntnis von Konrad Adenauer: Wenn man das Beste in der Europapolitik
nicht erreichen kann - das Beste wäre eine Verfassung gewesen, und zwar
durch eine Volksabstimmung bestätigt -, ist man gut beraten, das Zweitbeste
zu machen. Das, was heute vorliegt, ist das Zweitbeste. Es ist besser als
alles andere, was wir an Alternativen haben.
(Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU
und der SPD)
Ich ahne, dass es Stunden und Tage geben wird, wo wir
Deutsche die institutionellen Reformen, die die Bundeskanzlerin hier zu
recht als Erfolg darstellt und die wir heute loben - mehr
Mehrheitsentscheidungen, kleinere EU-Kommissionen -, verfluchen werden. Wir
werden nämlich erleben, dass es nicht für all unsere Auffassungen und
Haltungen in Europa eine Mehrheit geben wird. Wir werden unglaublich
kräftige Diskussionen mit mehr oder weniger lokalpatriotischer Ausprägung
führen. Wir werden all das erleben. So stimmt das, was Sie, Frau
Bundeskanzlerin, sagten: Man kann Brüssel besser machen, so wie man Mainz
und München besser machen kann.
(Renate Künast (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Berlin kann man
auch besser machen!)
- Jetzt, wo Sie es sagen, Frau Künast. Auch die Grünen kann
man besser machen.
(Heiterkeit und Beifall bei der FDP und der CDU/CSU)
Aber, meine sehr geehrten Damen und Herren, wir werden noch
einige sehr empfindliche Diskussionen darüber führen. Das wird vor allem in
Bereichen sein, die wir uns zurzeit nur zaghaft anzusprechen trauen. Ich
meine die gesamte Entwicklung im Innen- und Rechtsbereich sowie das
Selbstverständnis, auch das rechtsstaatliche Selbstverständnis. Das ist zum
Glück in Deutschland außerordentlich sensibel ausgeprägt, wobei wir wissen,
dass dies in anderen Ländern nicht unbedingt zwingend so der Fall ist.
Das, was wir heute beschließen, ist schlechter als eine
Verfassung mit Volksabstimmung, aber besser als die Alternative, nämlich
nichts zustande zu bringen. Vor allem ist es die Konsequenz aus der
Erweiterung der Europäischen Union. Natürlich fragen sich viele, ob einige
Länder unbedingt dazukommen mussten, ob diese Länder überhaupt schon die
mitteleuropäischen Standards erfüllen. Aber die Erweiterung der Europäischen
Union liegt vor allem aufgrund unserer geografischen Lage im deutschen
Interesse, übrigens nicht nur im deutschen friedenspolitischen Interesse,
sondern auch im deutschen ökonomischen Interesse. Viele reden über die
Globalisierung. Dass wir einen Binnenmarkt mit etwa 500 Millionen
Bürgerinnen und Bürgern, also Teilnehmern dieses Binnenmarktes, bekommen,
ist in Wahrheit eine ausgezeichnete Antwort auf den wachsenden
Wettbewerbsdruck in der Welt durch die Globalisierung.
Auch die ökonomischen Chancen steigen. Deutschland ist der
Gewinner der Europäischen Union, auch wenn wir viel dafür zahlen. Wir sind
der Gewinner der Europäischen Union, weil kein Land so abhängig ist vom
Export und damit auch vom großen europäischen Binnenmarkt wie wir Deutsche.
Etwas anderes haben wir nicht.
(Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU
und der SPD)
Europa wird mit diesem Vertrag besser funktionieren. Mehr
überzeugte Europäer schafft er noch nicht. Das hätte aus unserer Sicht ein
Verfassungsvertrag mit einer Volksabstimmung leisten können. Aber wir müssen
zur Kenntnis nehmen, dass dies nicht erreichbar war. Wir alle wissen, dass
das in anderen Ländern per Volksabstimmung gescheitert ist. Jetzt gibt es
diesen Vertrag. Wir als FDP-Fraktion werden aus innerster Überzeugung den
Vorlagen einstimmig zustimmen.
Ich möchte nun noch zwei Bemerkungen machen, von denen ich
überzeugt bin, dass wir sie hier berücksichtigen sollten. Aus Sicht einer
liberalen Partei, einer liberalen Fraktion ist es nicht erfreulich, dass
sich beispielsweise der Gedanke eines freien und funktionierenden
Wettbewerbs, eines unverfälschten Wettbewerbs - das ist eigentlich ein
klassischer Gedanke der Gründer der sozialen Marktwirtschaft - in einer
Protokollnotiz verstecken muss. Das bedauern wir. Aus unserer Sicht hat dies
einen zu sehr wohlfahrtsstaatlichen Anstrich. Aber so ist es nun einmal bei
einem Kompromiss.
(Volker Kauder (CDU/CSU): So ist es!)
Dies hätten wir gerne anders gesehen. Aber das kommt jetzt
so, und man muss es akzeptieren.
Natürlich ist aus unserer Sicht völlig klar - das wird
unsere Aufgabe sein, auch aufgrund unserer deutschen Tradition der
Währungsstabilität -, dass die Europäische Zentralbank nicht irgendeine,
sondern